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Die

kuenstlichen

Berge

M. Eray OEzkan

                Chih-Hsing Shen

Juli, 1998

Gartenkultur in China und chinesischen Gaerten in Deutschland


Die kuenstlichen Berge

Wang, Shin-Buo

Die kuenstlichen Berge sind Huegel, die von Menschen gebaut werden. Die Idee der kuenstlichen Berge ist von den echten Bergen abgeleitet worden: In frueherer Zeit wusste man nicht, wie man Huegel baut. Durch Zufall wurde beim Anlegen eines Kanals und Ausbaggern eines Flusses die ausgegrabene Erde zu einer Huegelform aufgeschuettet. Spaeter entstanden auf dem Huegel Unebenheiten und anschliessend kam es zum Pflanzenbewuchs. Dieser Huegel war einem echten Berg sehr aehnlich. Auf diese Weise wurde der Huegelbau entdeckt. Der Zeitpunkt der Entstehung ist jedoch nicht bekannt. Im Buch „Lun-Yue¡§, Aussprueche und Gespraeche des Konfuzius¡¦ (vor ca. drei tausend Jahren), kommt der Huegelbau bereits vor. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurde keine schriftliche Niederlegung ueber das Motiv des Huegelbauens gefunden. Man schaetzt, dass Huegel zuerst beim Bau grosser Grabanlagen der Herrschaften und spaeter als Elemente des Gartenbaus verwendet wurden. In der Literatur „Han-Guan-Dien-Zhe¡§ aus der Han-Dynastie wurde der Huegelbau beschrieben, der zugleich den Anfang des herrschaftlichen Gartenbaus kennzeichnet. In der selben Epoche im Zhu-Tu-Garten von Koenig Lian-Shao entwickelte sich eine andere Methode des Huegelbaus, naemlich durch das Stapeln der Steine zu einem kuenstlichen Huegel. Danach wurde die Technik der Steinstapelung verbessert und im Gartenbau haeufig benutzt. Deshalb assoziiert man mit dem Huegelbau vor allem die Steinstapelung. Aber im Prinzip werden alle Huegel von Menschen kuenstlich angelegt, sowohl die Erdaufschuettungen als auch die Steinstapelungen.

Die Formen der echten Berge sind zwar sehr vielfaeltig, sie koennen aber grob in drei Sorten geteilt werden: Erdberge, Steinberge und die Mischform aus beiden. Die unterschiedlichen Bergformen repraesentieren den Charakter der verschiedenen Gebiete, und sie beinhalten zudem ihre variationsreiche Umgebungslandschaft. Die Methoden des Huegelbaus sind durch die Imitation echter Berge gekennzeichnet. Die Prinzipien des Huegelbaus entstanden durch die Entwicklung verschiedener Ausdrucksformen bzw. besonderer Objekte und wurden danach fuer den Gartenbau verwendet. Die Nachbildung der Natur bis hin zur Schaffung neuer Umgebungen im Huegelbau stellt ein bedeutendes kulturelles und kuenstlerisches Fach der Architektur in China dar.

Der Huegelbau ist eine kuenstliche Nachbildung reeller Berge. Seine Theorien aehneln der der chinesischen Landschaftsmalerei. Deswegen wird faelschlich die Meinung vertreten, dass die beruehmten Huegelbauten ueberwiegend von den Landschaftsmalern geschaffen worden seien. Die grundsaetzlichen Unterschiede zwischen Landschaftsmalerei und Huegelbau liegen darin, dass es sich im ersten Fall um eine zweidimensionale geistige, im zweiten Fall um eine dreidimensionale koerperliche Arbeit handelt. Die Beiden haben zwar einen aehnlich kuenstlerischen Gehalt, aber die Ausfuehrungstechnik ist sehr unterschiedlich. Beim Huegelbau kann eine Veraenderung nicht einfach herbeigefuehrt werden. Der Huegelbau muss von einem erfahrenen Meister geleitet werden.

In China gibt es viele Gartenbeispiele. Allein in der Stadt Su-Zhou existieren, ohne die Innenhof-Gaerten miteinberechnet, mehrere hundert Gaerten. Zaehlt man die Huegelbauten aller Gaerten zusammen, so kommt man auf eine betraechtliche Zahl. Obwohl nicht alle Huegel als gelungen zu bezeichnen sind, sind doch die meisten Arbeiten sehenswert. Die gelungenen Beispiele sind nicht unbedingt unter der Mitwirkung der Landschaftsmaler entstanden. Im Text von Li-Yue in der Qing-Dynastie gibt es eine Beschreibung ueber das Huegelbauen von Gartenmeistern, die Huegel ohne die Beratung von Landschaftsmalern schufen. Die Einbeziehung von Landschaftsmalern wuerde zwar zu einer Erhoehung des kuenstlerischen Niveaus beim Huegelbau fuehren, doch die Leistung werden in erster Linie durch die Erfahrungen und das Technikverstaendnis des Gartenmeisters bestimmt. Aufgrund des weitgehend niedrigen Ausbildungsstands der Gartenmeister und der geringen praktischen Erfahrungen der Landschaftsmaler und Literaten mit dem Gartenbau kam es nicht zu einer schriftlichen Sammlung der Erfahrungen im Gartenbau in Fachbuechern. Gegenwaertig existiert lediglich das Yueen-Ye (chinesisch: Yueen=Garten; Ye=Bauen) als einzige Fachliteratur vom Gartenmeister Ji-Chen aus der Ming-Dynastie, das sich in einem Kapitel mit der Methode des Gartenbaus beschaeftigt. Ji-Chen war ein Intellektueller, der zugleich auch ueber praktische Erfahrungen mit dem Gartenbau verfuegte. Die Beschreibungen in seinem Werk dienen noch heute als Grundlage fuer den Gartenbau.

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Kapitel 1: Die Erde

Im Text von Li-Yue (Qing-Dynastie) wurde ein Teil ueber den Huegelbau geschrieben, worin er unter anderem vorschlaegt, fuer die grossen Huegelbauten Erde und fuer die kleinen Huegel Steine aufzuschuetten. Dadurch soll bei grossen Huegelbauten eine Erleichterung der Arbeit und die Einsparung von Steinmaterial erreicht werden. Der Vorteil bei der Verwendung von Erde liegt darin, dass kuenstliche Huegel von den natuerlichen nicht zu unterscheiden sind.

?(...) Wenn beim grossen Huegelbau nur Steine verwendet werden, ist es als ob hundert Moenche in ihren Gewaendern nebeneinander stehen wuerden; es ist unmoeglich keine Luecke zu sehen. Daher kann man diese Huegel nicht lange ansehen. Wenn die Luecken mit Erde gefuellt sind, wirkt der Huegel natuerlich und ausserdem kann man ihn bepflanzen. Durch das Wurzelwerk der Bepflanzung wird die Stabilitaet des Huegels verbessert und durch den Bewuchs wirkt der Huegel natuerlich, so dass man ihn von einem echten Huegel nicht unterscheiden kann.¡§

?(...) Diese Methode erfordert keine strenge Regelung des Verhaeltnisses zwischen Erde und Steine. Man kann nicht behaupten die Haelfte Erde und die andere Haelfte Stein waere das richtige Verhaeltnis. Wenn ein Huegel zum groessten Teil aus Erde besteht, dann ist es ein Erdhuegel mit Steinen und der umgekehrte Fall ist ein Steinhuegel mit Erde. Erde und Steine gehoeren zusammen, wenn bei einem Huegelbau nur Steine verwendet werden, wachsen keine Pflanzen. Es ist ein kahler Huegel.¡§

?(...) Der kleine Huegelbau sollte nicht ohne Erde sein. Bei diesem Fall stehen die Steine im Mittelpunkt und die Funktion der Erde dient zur Ergaenzung.¡§

?(...) Die Erde ist nicht so vielseitig wie die Steine, denn die Steine koennen wie eine Wand stehen, aber die Erde zerfaellt. Daher sollte aussen Steine und innen Erde benutzt werden.¡§

Viele Beispiele fuer die Anwendung der oben genannten Methoden von Ji-Chen findet man in den Gaerten von Su-Zhou vor. In diesem Zusammenhang sollte aber noch eine Ausnahme erwaehnt werden: Die Methode des Erdhuegels mit Steinen, bei dem die Steine in der Erde stecken, so dass nur die Spitze leicht herausragt, findet insbesondere in den japanischen Gaerten Verwendung, jedoch in den Gaerten von Su-Zhou hingegen selten.

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Kapitel 2: Die Auslese der Steine

Aufgrund der Verbesserung der Methoden bei der Steinstapelung gewann die Verwendung des Steins beim Huegelbau zunehmend an Bedeutung. Deshalb mussten geeignete Steine fuer den Huegelbau gefunden werden. Dies fuehrte zu einer Vielfalt bei der Verwendung der Steinsorten. Zunaechst spielten die Sorten und die Herkunft der Steine nahezu keine Rolle, doch allmaehlich gewannen zunehmend spitze Steine bestimmter Steinsorten, mit spezifischer Herkunft an Bedeutung.

Unter den Intellektuellen entwickelte sich das Sammeln aussergewoehnlicher Steine zu einer beliebten Mode. Aufgrund der verschiedenen aesthetischen Kriterien nach denen Steine ausgewaehlten wurden, erhoehte sich die Zahl der Steinsorten, die sich der Beliebtheit erfreuten und verstaerkt auch beim Huegelbau als aesthetische Elemente eingesetzt wurden. Hierdurch verloren die Kriterien, nach denen die Auslese der Steine getroffen wurde, wieder zunehmend ihre Bedeutung, mit der Folge, dass sich eine gewisse Beliebigkeit bei der Verwendung der Steine fuer den Huegelbau einstellte.

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Bai-Jue-Yi, ein bedeutender Poet der Tan-Dynastie, hob in seinem Werk die Bedeutung der Herkunft der Steine hervor. Als die Schoensten bezeichnete er die vom Tai-See stammenden Steine, gefolgt von denen aus Lou-Fu und Ten-Ju (alte Bezeichnung fuer Indien). Dadurch gewannen vor allem die Steine vom Tai-See an Beruehmtheit und Beliebtheit. Die Auslese der Steine fand unter Beruecksichtigung der Kriterien, der Schlankheit, der geschwungenen Oberflaechen, der reichen Formensprache und des Vorhandenseins eines oder mehrerer Loecher, statt. Die Intellektuellen schufen zunaechst ein aesthetisches Ideal, aus denen Kriterien abgeleitet wurden, nach denen die Huegelbaumeister die Auslese der Steine vornahmen. Die Steine vom Tai-See entsprachen in Form und Farbe dem aesthetischen Anspruch im besonderen Masse, weshalb sich ihre Verwendung im Huegelbau auf ganz China ausdehnte.

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Ji-Chen (Ming-Dynastie) schrieb im Yueen-Ye einen Kapitel, der sich ausschliesslich mit dem Thema der Auslese der Steine befasst. Hierin sind einige nuetzliche Anweisungen enthalten, wie z.B. der Hinweis, dass Steine der naeheren Umgebung verwendet werden sollten, um den Aufwand fuer den Transport zu verringern. Die Hinweise fuer die Auswahl favorisieren insbesondere Steine mit einem hohen Haertegrad, hoher Stabilitaet und geringer Rissgefahr.

„Die Qualitaet der Steine ist vorrangig. Da eine zu starke Maserung die Stabilitaet der Steine verringert, sollten die Steine nicht zu viel Maserungen aufweisen.¡§

„Steine mit aussergewoehnlichen Formen sollten nur an bestimmten Stellen einzeln verwendet werden. Aus Gruenden der Widerstandsfaehigkeit sollte auf die Wahl bescheidener Formen geachtet werden.¡§

„Man kann unterschiedlich geformte Steine verschiedener Berge fuer den Huegelbau verwenden¡§

Die Eigenschaften der verschiedenen Steinsorten wurden durch Bai-Jue-Yi niedergeschrieben:

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Die Steine vom Tai-See

Die Steine vom Tai-See stammen urspruenglich vom Berg Dung-Ting in der Stadt Su-Zhou. Ihr Fundstelle befindet sich in der Naehe von Wasser. Die Steine sind hart und glatt, und besitzen zum Teil aussergewoehnliche Formen bzw. Loecher. Einige weisen eine weisse, andere hellgruene bzw. dunkelgruene Farbgebungen auf. Sie fallen durch eindrucksvolle Maserungen und geschwungene Formen auf. Die Verwendung grosser Steine vom Tai-See im Gartenbau hat eine lange Tradition, wobei sie z.B. als Einzelstuecke vor den Wohnzimmern oder neben exotischen Pflanzen plaziert werden.

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Die Steine aus Kun-Shan

Die Steine aus der Stadt Kun-Shan, am Berg Ma-An sind von einer roten Erdsorte umgeben. Nach der Ausgrabung der Steine, bedarf es grosser Bemuehungen die weisse Orginalfarbe wieder zum Vorschein zu bringen. Sie eignen sich besonders fuer die Dekoration von Bonsais, jedoch nicht zur Gestaltung groesserer Objekte.

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Die Steine aus I-Shin

Die Steine aus der Stadt I-Shin stammen aus der Naehe des Klosters Shan-Jueen auf Bergen, die meist von Fluessen und Bambuswaeldern umgeben sind. Die Eigenschaften einiger Steine aehneln denen vom Tai-See, andere sind gepraegt durch eine dunkelgelbe Farbgebung und einer groben Oberflaeche. Eine weisse Sorte besitzt einen geringen Haertegrad und eignet sich daher nicht fuer den Huegelbau.

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Die Steine aus Long-Tan

In der Naehe der Stadt Jin-Lin, von der Ortschaft Chi-Shin-Guan bis zur Ortschaft Jen-Tuo, liegen unterschiedliche Steinsorten vor. Einige befinden sich auf der Oberflaeche, andere sind von der Erde halb bedeckt. Eine Sorte weist eine gruenliche Farbe und eine aehnliche Qualitaet wie die Steine vom Tai-See auf.

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Die Steine aus den Chin-Long-Bergen

In der Stadt Jin-Lin, auf den Chin-Long-Bergen gibt es eine Steinsorte mit grossen Loechern, die sich besonders als Spitzstein eignet.

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Die Steine aus Lin-Bi

In der Stadt Lin-Bi findet man eine sehr harte Steinsorte, die tief unter der Erde vorkommt. Sie eignet sich gut fuer kleine Landschaften oder als Brief-Beschwerer.

Die Steine aus Jien-Shan

Auf dem Berg Jien-Shan, im Sueden der Stadt Jen-Jian existieren einige Steinsorten, die sehr unterschiedliche Eigenschaften und interessante Formen besitzen. Eine Steinsorte ist gelb, glatt und hart. Eine weitere ist dunkelgruen, hat Loecher und eignet sich fuer den Huegelbau.

Die Shueen-Steine

Die Shueen-Steine stammen aus der Stadt Ning-Guo. Es sind weisse Steine, die in roter Erde vorkommen. Je aelter die Steine sind, desto weisser sind sie.

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Die Hu-Ko Steine

In der Stadt Jian-Zhou findet man Steine im Fluss vor, die als Hu-Ko-Steine bezeichnet werden. Eine Sorte mit einer gruenlichen Farbe eignet sich fuer den Huegelbau, da sie in Form und Farbe bereits die echten Berge widerspiegelt. Eine weitere Sorte ist flach wie eine Platte bzw. ein scharfes Messer

Die In-Steine

Die Steine der Stadt In-Jo unterscheidet man in verschiedene Sorten. Eine davon ist hellblau und mit weissen Streifen durchzogen, eine dunkelgrau und eine weitere ist hellgruen und besitzt Loecher. Alle Sorten eignen sich als Brief-Beschwerer, fuer den Bonsai und fuer kleine Landschaften.

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Die San-Bin Steine

Die San-Bin-Steine stammen aus den Bergen im Sueden der Ortschaft Chao-Hu. In Groesse und Form sind sie sehr unterschiedlich. Die Steine sind dunkelblau, sehr hart und aehneln aufgrund ihrer bescheidenen Maserung den Steinen am Tai-See.

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Die Gelben-Steine

Die Gelben Steine kommen ueberall vor. Sie zeichnen sich durch eine sehr stabile Qualitaet und schoene Maserungen aus. Man findet die Steine u.a. auf den Bergen Huan-San, Zau-Feng-San und Tuan-San. Die meisten Menschen heben lediglich den harten und bescheidenen Charakter der Steine hervor, aber im Grunde eignen sie sich auch fuer den Huegelbau sehr gut.

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Die Jin-Chuan Steine

Bei den Jin-Chuan-Steinen sollte man vor allem die AElteren verwenden. Es gibt eine vielfarbige Sorte und eine gruene Sorte, die eine tannenbaum-aehnliche Maserung aufweist. Insbesondere die grossen Steine der gruenen Steinsorte eignen sich fuer den Huegelbau sehr gut.

Von den dreizehn oben beschriebenen Steinsorten, eignen sich sechs, naemlich die vom Tai-See, aus Long-Tan, Jien-Shan, Shueen, San-Bin und die Gelben-Steine, gut fuer den Huegelbau. Der Gelbe-Stein wurde von Ji-Chen in besonderem Masse hervorgehoben, weil dieser an vielen Orten anzutreffen ist, dennoch sich durch seinen hohen Haertegrad und durch seine elegante Maserung hervorhebt. Ji-Chen lebte in Suedchina. Er vertrat die Meinung, dass man die Steine aus der naeheren Umgebung auswaehlen solle, deshalb entsprechen die oben genannten dreizehn Steinsorten dem Vorkommen in Suedchina.

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Kapitel 3: Die Klassifikation der Steine

Das Ziel beim Huegelbau ist die Schaffung unterschiedlicher Landschaften, wobei diese wiederum unterschiedliche Strukturen beinhalten.

Grosse Huegel

Die grossen Huegel sind in Relation zu den kleinen Huegeln zu sehen. Sie haben eine bestimmte Groesse und sind abhaengig von der Groesse der Huegelbauten und der Geographie der Umgebung. Sie sollten den Charakter der reellen Landschaften widerspiegeln. Deshalb darf der Huegelbau nicht als Einzeldekoration verstanden werden, sondern muss als eine Gesamteinheit behandelt werden. Grosse Huegel sind ein notwendiger Bestandteil der grossen Gartenanlagen. Sie bestehen zum groessten Teil aus Erde.

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Kleine Huegel

Das Setzen kleiner Huegel kommt meist in kleinen Gaerten vor. Die Lage der kleinen Huegel steht in enger Beziehung mit dem Gebaeude oder dem Teich. Im Innenhof verwendet man sie haeufig als Landschaftsminiaturen, welche im Kapitel ueber den Huegelbau im Yueen-Ye, durch die Unterscheidung des Huegelbaus in verschiedene Kategorien, wie z.B. vor dem Wohnzimmer, vor dem Gebaeude, vor dem Pavillon, vor dem Lesezimmer, im Gebaeudeinnern, neben dem Teich und zur Symbolisierung der „Steilen Berge¡§, beschrieben wurden. Huegel neben einem Teich werden haeufig in kleinen Gartenanlagen verwendet. Man kann sie bei den meisten Beispielen der Stadt Su-Zhou sehen. Die „Steilen Berge¡§ stehen oft vor den Wohnzimmern, weil ihre Oberflaeche fast so eben ist wie Papier und ihre Maserung einer Kalligraphie aehnelt.

Die Spitzsteine

Es gibt zwei Sorten von Spitzsteinen, wovon eine allein auf einem Sockel gestellt wird und die andere zusammengesetzt zu einer Gruppe von mehreren Spitzsteinen erscheint. Die alleinstehenden Spitzsteine werden meistens in den Innenhoefen und fuer die Teiche verwendet. Einige werden auch an exponierten Stellen errichtet.

Folgende Anordnungen der Spitzsteine kommen zur Anwendung: Die Platzierung eines einzelnen Steins, die unregelmaessige Anordnung von Spitzsteinen und die Zusammenfassung der Steine zu unterschiedlichen Gruppen.

Die Huegelspitze

Die Huegelspitze wird haeufig durch das Aufstellen eines Spitzsteins an der hoechsten Stelle des Huegels gebildet. Bei grossen Huegelbauten sollte man insbesondere darauf achten, dass die Rangordnung und die Hoehe der Huegelspitze den natuerlichen Bergen entspricht. Dies gilt auch fuer kleine Huegelbauten.

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Der hervorkragende Stein

Der hervorkragende Stein ist der hervortretende Teil des Huegels. Man verwendet ihn bei grossen Huegelbauten meist neben dem Wasser oder einem Weg und bei kleinen Huegelbauten neben der Wand.

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Loecher

Die durch das Stapeln der Steine absichtlich gebildeten Loecher, aehneln Hoehlenwohnungen. Sie werden haeufig im unteren Bereich der Huegel angelegt. Sie erzeugen eine durchgehende Wegfuehrung im Huegel. Den Huegelbereich oberhalb der Loecher kann man als Terrassen bepflanzen oder auf ihm einen Pavillon oder ein Gebaeude errichten.

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Die Kluft

Die Kluft ist die tiefste Stelle zwischen den Huegeln, sie ist wie das Tal zwischen zwei Bergen.

Der Abhang

Der Abhang ist steil. Er aehnelt dem hervorkragenden Stein, ist jedoch nicht herauskragend, sondern so gerade wie mit der Axt geteilt. Er wird oft neben dem Tal benutzt.

Der Fluss

Wenn im Tiefpunkt zweier Huegelbauten kein Wasser vorliegt, so handelt es sich um ein Tal, befindet sich jedoch zwischen ihnen Wasser, dann handelt es sich um einen Fluss.

Der Wassermund

Beim Wassermund gibt es zwei Faelle: Einer ist die Zustromquelle und der andere der Sammelpunkt des Flusses. Die Zustromquelle befindet sich meist im unteren Teil des Huegels, angepasst an die Hoehenentwicklung und Morphologie des Huegels.

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Die Ufereinfassung

Die Ufereinfassung verwendet man bei den Teichraendern. Sie hat drei Funktionen:

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Beim Huegelbau im Teich wird durch die steile Ufereinfassung ein kontra-

streicher UEbergang zum Wasser geschaffen.

b. Die Ufereinfassung verhindert den Erdeinsturz am Ufer.

Durch den steilen UEbergang wird eine Vergroesserung der Wasserflaechen er-

zielt, daher sollte die Ufereinfassung vor allem bei kleinen Gartenanlagen

verwendet werden.

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Das Blumenbeet

Das Blumenbeet wird meist im Innenhof zusammen mit den Spitzsteinen angelegt oder am Huegelbauch angeordnet, um die darin befindlichen Pflanzen zu betonen.

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Kapitel 4: Das Stapeln der Steine

Das Stapeln der Erde zu einem Huegel ist die fundamentale Arbeit beim Gartenbau. Fuer diese Arbeit benoetigt man zwar nicht unbedingt Fachleute, sie ist dennoch nicht einfach zu bewaeltigen. Vor dem eigentlichen Stapeln der Steine sollte man einen ungefaehren Gesamtplan anfertigen. Die genaue Groesse und Hoehe der Huegel sollte hingegen bei der Gestaltung an die spezifische Topographie angepasst werden. Im Grunde gibt es beim Huegelbau keine bestimmte Formel, im Folgenden werden lediglich einige Hinweise genannt:

Im Text von Li-Yue in der Qing-Dynastie gibt es einen Abschnitt ueber das Huegelbauen. Er verwendete hierbei die Theorien der Literatur und der Malerei fuer die Bildung von Metaphern beim Huegelbau. Er betonte zudem, dass man sich beim Huegelbau an den Gesamtplan halten und sich nicht in kleine Details verlieren sollte.

Die Formen der Berge sind vielfaeltig. Es gibt sie mit nur einer Spitze, mit zwei sich gegenueber stehenden Spitzen, als Plateaus, viele zusammen als Hochgebirge, welche zum Teil kleine Haeuschen beherbergen, manchmal ist ein Fluss zwischen zwei Bergen usw. Beim Entwurf des Huegels muessen vorerst die Haupt- und Nebenthemen und die unterschiedliche Entfernungen der Huegel zueinander in etwa feststehen. Dies ist die zentrale Aufgabe des Huegelentwurfs. Anschliessend werden die genauen Positionen der Huegel nach der Entwurfsidee festgelegt und der gesamte Lageplan auf die Huegelpositionen abgestimmt. Die Haupthuegel sollten mit den wichtigsten Gebaeuden in Beziehung gesetzt werden. Diese Haupthuegel dienen den Hauptgebaeuden als Hintergrund. Wenn die Berge als Hauptthema im Huegelbau gewaehlt werden, dann sollte deren Morphologie aussergewoehnlich sein und die verschiedenen Huegel sollten stark verdichtet werden. Wenn Wasser als Hauptthema gewaehlt wird, so werden die Huegel verstreut um die Wasserflaechen angeordnet. Diese Prinzipien werden sowohl beim Erdhuegelbau als auch beim Steinhuegelbau angewandt.

Bei der Planung des Erdhuegels muss zuerst die Hoehe und die Breite der Huegelspitzen und die Groesse des Huegelfundaments bestimmt werden. Die Huegelspitze und das Huegelfundament stehen in einer bestimmten Proportion zueinander, sonst kommt es zu einer ungewollten Verschiebung der gegenueberliegenden Huegel in Groesse und Position. Wenn auf der Spitze ein Gebaeude angeordnet wird, sollte die Hoehe und die Groesse des Gebaeudes miteinberechnet werden. Die Beziehung zwischen Hoehe und Breite spiegelt sich in der Neigung des Huegels wider. Im Prinzip sollte die Neigung zwischen 15¢X und 45¢X liegen. In besonderen Faellen kann die Neigung abweichen, denn in erster Linie ist darauf zu achten, dass die Huegel sich der Topographie des Ortes unterordnen. Die oben genannten Prinzipien gelten lediglich fuer den Erdhuegelbau, jedoch nicht fuer den Steinhuegelbau.

Der Steinhuegelbau stellt ein eigenes Fachgebiet dar, welches ein spezifisches Wissen ueber die hierfuer notwendigen Techniken erfordert. Die Meister des Steinhuegelbaus sind ausschliesslich ausgebildete Personen, die sich stark mit der Formgestaltung auseinandersetzen (jedoch nicht mit der Praezision eines Bildhauers). Daher ist es notwendig die Methoden des Steinhuegelbaus genau zu erlaeutern:

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Die Bewertung der Steine

Die Bewertung der Steine ist der erste und zugleich der wichtigste Schritt beim Huegelbau. Nach der Entscheidung fuer eine bestimmte Steinsorte sollte man sich mit den Eigenschaften der unterschiedlichen Steine sehr gut auskennen, um beurteilen zu koennen, welche Steine spaeter als Fundamentstein, welche als Spitzstein, welche nach aussen gesetzt, welche im Innern verwendet werden sollen. Darueber hinaus muss der Meister ueber die Faehigkeit verfuegen zu erkennen, welche Steine harmonische Maserungen zueinander aufweisen, welche Steinhaerten sich fuer die unterschiedlichen Bereiche des Steinhuegels eignen, usw. Diese Faehigkeit ist die Voraussetzung dafuer, dass die Gestaltung des Steinhuegels nicht drunter und drueber verlaeuft.

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Die Einschaetzung der Steingewichte

Die verschiedenen Steinklumpen weisen unterschiedliche Gewichte auf. Wenn bestimmte Steinklumpen verwendet werden sollen, muessen ihre Gewichte zuvor durch eine erfahrene Person abgeschaetzt werden. Erst dann ist es moeglich das entsprechende Transportmittel bereitzustellen. Fuer einige grosse Steinklumpen benoetigt man mechanische Hebeanlagen. Das Einschaetzundsvermoegen der noetigen Transportmassnahmen der Steinklumpen aus hohen bzw. unterirdischen Bereichen der Berge ist von besonderer Wichtigkeit.

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Das Legen eines Fundaments

Die Theorien des Huegelbaus sind denen des Hausbaus aehnlich, d.h. zuerst muss ein Fundament gelegt werden. Die Groesse und Tiefe des Fundaments ist abhaengig von der Groesse des Huegelbaus. Normalerweise dienen Holzpfaehle als Fundament. Wenn der Preis fuer Holz unguenstig sein sollte, kann man es auch durch den Mao-Tiao-Stein (chinesisch, Mao=Haar, Tiao=laenglich) ersetzen. Heutzutage benutzt man Beton als Fundament. Die Praxis des Huegelbaus hat aber gezeigt, dass sich das Betonfundament lediglich fuer einzeln angeordnete Spitzhuegel, jedoch wegen der Behinderung des Wurzelwuchses der Baeume insgesamt nicht so gut fuer den Huegelbau, eignet. Der Vorteil von Steinfundamenten liegt in ihrer guten Haltbarkeit, dem gegenueber steht der Nachteil einer geringen Flexibilitaet. Wenn harte Huegelsteine auf hartem Steinfundament errichtet werden, kommt es zu einer statisch unguenstigen Auflager-Situation. Holzfundamente haben den Nachteil einer geringen Haltbarkeit, da sie mit der Zeit Verrotten. Man kann das Verrotten jedoch durch das Eingraben der Holzpfaehle in tiefe Erdschichten verhindern, so dass sie mehrere Jahrhunderte funktionstuechtig bleiben. In moderner Zeit kommt haeufig eine Mischmethode aus Stein- und Holzfundament zur Anwendung. Das Steinfundament wird hierbei vom Holzfundament ummantelt, weshalb diese Methode als „Pflaumenfundament¡§ bezeichnet wird. Nach der Fertigstellung des Fundaments werden zuerst grosse Hartsteine darauf errichtet. Das Ziel ist die Stabilitaet des Huegels, daher ist es nicht erforderlich auf die Maserung der Steine zu achten. Um eine zu starke Regelmaessigkeit im Huegel zu vermeiden, sollte eine dem Zufall ueberlassene Stapelung der Steine praktiziert werden.

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Das Setzen der Spitzsteine

Vor dem Setzen der Spitzsteine muss vorerst ein Sockel gebaut werden. Die Maserung des Sockelsteines sollte der des Spitzsteins aehnlich gewaehlt werden. Die aelteren Spitzsteine haben in der Regel einen Sockel mit einem Zapfenloch, wenn jedoch der Sockel eines Spitzsteins nicht mehr vorhanden ist, so kann eine Anordnung von Steinen um ein Loch das notwendige Zapfenloch ersetzen.

Der Querschnitt der Spitzsteine ist im oberen Bereich gross und im unteren klein. Die Spitzsteine werden meist senkrecht aufgestellt. Beim einzelnen Spitzstein muss zunaechst sein Schwerpunkt herausgefunden werden, denn erst dann kann man ihn langsam in das Zapfenloch einrasten lassen. Anschliessend wird der Spitzstein mit kleinen Steinen, die um ihn herum gesetzt werden, stabilisiert. (Abb. 1)

Wenn die Huegelspitze aus mehreren Spitzsteinen gebildet wird, sollten einzelne Steine von unten nach oben stueckweise gestapelt und anschliessend der Gesamtschwerpunkt ermittelt werden. AEhnlich wie beim Einzelspitzstein sollte die Gesamtheit der Steine oben breit sein und sich nach unten hin verjuengen, um ein schwebendes Gefuehl zu vermitteln. (Abb. 2)

Fuer die oben genannten Beispiele eignen sich die Steine von Tai-See besonders gut. Andere Steine mit aehnlich interessanten Formen koennen ebenso verwendet werden.

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Die eingespannende Stapelung

Bei der Schaffung von auskragenden Steinen sollte ein langgezogener Stein gewaehlt werden, der im hinteren Bereich eine relativ grosse Ausdehnung hat und nach vorne hin schmaler wird. Zur Beschwerung wird im hinteren Bereich des auskragenden Steins ein grosser Stein gesetzt. (Abb. 3-4)

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Die Hoehle

Im Yueen-Ye wird in einem Abschnitt die Methode des Hoehlenbaus mit der des Hausbaus verglichen. Die Steine werden, zu sich nach unten hin verjuengenden Saeulen, gestapelt. Zwischen den Saeulen werden Steine zu Waenden gestapelt. OEffnungen, wie Tueren und Fenster, in den Hoehlen erreicht man durch das Weglassen der Waende zwischen den Saeulen. Auf die Saeulen werden Deckplatten gelegt, die das Dach der Hoehle bilden. Die Saeulen werden jeweils auf Fundamenten errichtet, um deren Stabilitaet zu gewaehrleisten. Wenn mehrere Hoehlen zu einer Hoehlengruppe mit zusammen-haengendem Erscheinungsbild geschlossen werden sollen, sollten mehrere OEffnungen geplant werden, damit eine abwechslungsreiche Erschliessung durch die Hoehlen erzielt werden kann. (Abb. 5-7)

Auf den Daechern der Hoehlen kann man Pflanzen, Terrassen und Pavillons anordnen.

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Das Fuellen und Unterlegen

Das Fuellen und Unterlegen sind zwei Methoden zur Ergaenzung der Steinsetzungsarbeiten. Sie beinhalten zwei Funktionen:

Das Unterlegen ist eine Methode zur Positionierung der Steine durch Keilsteine, um den Verlauf der Maserung in die gewuenschte Neigung zu bringen.

Das Auffuellen der Nischen zwischen den gestapelten Steinen. Diese Arbeiten erfordern eine genaue Sortierung und Trennung der benoetigten Steine nach ihren Eigenschaften und Funktionen. Es sollte darauf geachten werden, dass moeglichst wenig kleine Steine hierfuer verwendet werden, damit guenstige Auflagerpunkte und enge, natuerlich wirkende Nischen erzielt werden koennen.

Bindemittel

Die Vermoertelung ist eine Methode zur Bindung des Fuellmaterials in den Nischen. In frueherer Zeit wurde in der Regel eine Verbindung aus Kalkmoertel und Tungbaum-OEl als Bindemittel verwendet. Diese Verbindung hat den Vorteil einer hohen Stabilitaet, jedoch den Nachteil eines hohen Arbeitsaufwands und einer langen Trocknungszeit. Spaeter wurde statt des Tungbaum-OEls Wasser verwendet, wodurch die Trocknungszeit verkuerzt wurde, aber mit dem Nachteil des Stabilitaetsverlusts. Um das vermoertelte Fuellmaterial vor Erosion durch Regen und Schnee zu schuetzen wird eine Mischung aus (...)-Lauge mit Eisensplittern beigemengt, wobei die Eisensplitter lediglich wegen ihrer rostenden Eigenschaft verwendet werden: Der mit der Zeit im Moertel hervortretende Rost hat einen aehnlichen Charakter, wie die Maserungen der Steine. Heutzutage wird hauptsaechlich eine Mischung aus Zement und gelbem Sand verwendet. Dieser Moertel weist zwar eine hohe Stabilitaet auf, aber seine Farbe wirkt nicht lebendig. Daher wird meist die Beimischung von Kohle bzw. (...)-Lauge zur Veredelung der Farbe verwendet.

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Kapitel 5: Die AEsthetik

Ob der Huegelbau gut oder schlecht gelingt, ist nicht nur abhaengig von der Technik der Steinstapelung, sondern auch von seinem aesthetischen Inhalt. Ji-Chen aeusserte, dass das Gelingen eines Huegelbaus die Lebendigkeit der Natur auszudruecken vermag. Der kuenstliche Huegel sollte einem echten Berg aehneln. Er sagte: „Das Echte kuenstlich gestaltet und das Kuenstliche bis zum Echten weiterfuehrt, bedeutet, dass der Mensch ein kleines Naturgeheimnis verinnerlicht hat.¡§ Das Gelingen des Huegelbaus haengt somit in besonderem Masse von zwei Faehigkeiten ab, naemlich die Realitaet nachvollziehen zu koennen und die Natur zu idealisieren zu vermoegen. Daher sind die kuenstlerischen Aspekte fuer den Huegelbau ein wichtiges Kriterium. Die folgenden Punkte sind eine grobe Beschreibung dieser Kriterien:

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Drei Fernen

Wenn man sich mit der chinesischen Kalligraphie beschaeftigt, muss man zuerst die drei Fernen beachten. Die drei Fernen sind: Die Hoehen-Ferne, Tiefen-Ferne und Horizont-Ferne. Weil auf dem durch das Format beschraenkten Papier alle Landschaftszenen dargestellt werden, verwendet man die Technik der drei Fernen. Da die Groesse des Huegelbaus durch das Grundstueck beschraenkt ist, liegt im uebertragenen Sinne eine Parallele zur Kalligraphie vor.

Hoehen-Ferne: Die Huegel sind vorne niedrig und hinten hoch, die Huegelspitzen weisen im Grundriss eine Zigzagform auf.

Tiefen-Ferne: Wenn zwei Huegelgruppen sich gegenueber stehen, greifen die

Huegelvorspruenge der einen Gruppe in die Mulden der anderen und umge-

kehrt, dadurch wird ein Ineinandergreifen der beiden Gruppen erreicht.

Horizont-Ferne: Flache Huegel staffeln sich hintereinander. Ihre Anordnung im Grundriss erscheint schlangenfoermig.

Die drei Fernen sind nur aus bestimmten Winkeln wahrzunehmen, daher muss die Gestaltung an das Planungskonzept angepasst werden.

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Die zehn wichtigsten Kriterien

I.Trennung des Hauptthemas von den Nebenthemen

In einem Garten sollte nur ein Huegel als Hauptthema gestaltet werden, alle anderen Huegel stellen Nebenthemen dar. Sowohl die Hoehe als auch das Volumen der Nebenhuegel sollte die des Haupthuegels nicht ueberschreiten. Auf einem Huegel sollte es nur eine Hauptspitze geben, die von den Hoehen der Nebenspitzen nicht ueberragt werden sollte.

II. Schichten

Bei den Schichten existieren zwei Betrachtungsmerkmale:

Durch die Gliederung der Schichten von nah zu fern wird eine Tiefenwirkung erzielt.

Durch die Gliederung der Schichten von Oben nach Unten wird die Hoehe und die Steilheit dargestellt.

Sowohl die Huegelgruppen als auch die einzelnen Huegel werden nach dem Prinzip der Schichtung gestaltet. Je groesser die Grundflaeche bzw. das Volumen der Huegel ist, desto mehr Schichten werden benoetigt. Diese Theorie gilt auch fuer die einzelnen Steine, wenn sie in der Perspektive als Gruppe wahrgenommen werden.

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III. Treppenform

Wenn ein Huegel unterschiedliche Hoehen aufweist, so liegt automatisch eine Treppenform vor. Ein Huegel verlaeuft vom Fuss bis zur Spitze niemals als eine Gerade, sondern als treppenfoermige Steigung. Dies ist die natuerliche Bewegung innerhalb eines Huegels und auch zwischen den Huegelgruppen.

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IV. Kurvenreichtum

Die Bergfluesse sollten kurvenreich verlaufen, damit sich der Weg zwischen den Huegeln schlaengelt, wobei der Verlauf der Kurven an die Schichten und an die Treppenform angepasst werden sollte.

V. Unebenheit

Die Steinhuegel sollten Unebenheiten aufweisen. Insgesamt sollten im Gartenbau alle Arbeiten, die mit Steinen zu tun haben den Aspekt der Unebenheit beinhalten, denn hierdurch kann man die Huegelform betonen. Ein Rhythmus sollte jedoch vermieden, da sonst die natuerliche Erscheinung verloren geht. Der Gedanke der Unebenheit ist im uebertragenen Sinne aehnlich wie bei den Linien- und Faltenzeichenmethoden der chinesischen Kalligraphie.

VI. Das Koppeln

Das Koppeln wird in zwei Situationen verwendet:

a. Zwischen dem Hauptthema und den Nebenthemen

b. Zwischen den Schichten

VII. Die Koordinierung

Die Platzierung der Huegel sollte mit dem gesamten Garten und der Architektur koordiniert werden.

VIII. Die Dichte

Die Dichte beinhaltet Konzentration und Zerstreuung. Im Gartenbau ist auf die entsprechende Dichte der Huegelgruppen bzw. der kleinen Landschaftspunkte zu achten. Eine zu starke Konzentration, wie im Shi-Tze-Lin-Garten oder eine zu grosse Zerstreuung, wie im Wang-Shi-Garten, sollte vermieden werden.

IX. Die Trennung zwischen Schwere und Leichte

Beim Huegelbau sollte eine angemessene Menge von Steinen verwendet werden. Wenn zu viele Steine verwendet werden, sieht der Huegelbau klobig aus, und wenn man hingegen zu wenig Steine benutzt, dann wirkt der Huegelbau mager und fad. Man sollte beide Extreme vermeiden. Der Haupthuegel, der oft in enger Beziehung mit einem Haus und Baeumen gestaltet erscheint, sollte massiv sein. Hingegen sollte der hervorkragende Stein optisch leicht wirken. Ausserdem sollte die Diskrepanz zwischen Schwere und Leichte nicht zu extrem ausfallen.

X. Die Trennung zwischen Leere und Objekt

Wenn sich um das Grundstueck Huegel befinden, so sind die Huegel als Objekte und das Grundstueck als Leere zu betrachten. Zwischen einer Vielzahl von Huegeln existieren mit Sicherheit verschiedene Schichten und zwischen den Schichten gibt es bestimmte Abstaende. In diesem Fall erscheinen die Huegel als Objekte und die Schichten zwischen ihnen als Leere. An jeder Stelle des Gartens sollte der Aspekt von Leere zu Objekt beruecksichtigt werden.

Zwei Ideale

Das Ideal der Gestaltung ist die Bescheidenheit und die Natuerlichkeit. Wenn man in die Gestaltung Symbole einbezieht, so verliert der Huegelbau seine Natuerlichkeit und wirkt einfaeltig.

Das Ideal bei der Methode des Bauens liegt in ihrer Einfachheit und das Gelingen ist abhaengig von der intensiven Vorbereitung und der reichen Erfahrung des Schaffenden.

Vier Fehler

Steine sollten niemals gefaerbt werden. Die verschiedenen Steinsorten besitzen unterschiedliche Farben und Maserungen, dadurch ergeben sich bei der Steinstapelung unterschiedliche Methoden. Seesteine sind klein und verfuegen ueber eine reiche Formensprache. Bei der Steinsetzung sollte darauf geachtet werden, dass die Seesteine mit aehnlichen Formen und Farben zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Die Maserung der Gelben-Steine wirkt rustikal. Die Guete der Gelben-Steine ist besonders hoch, wenn sie einen „alten¡§ und „anstaendigen¡§ Charakter aufweist. Bei der Steinstapelung muss man darauf achten, dass die Maserungsrichtungen nach bestimmten Gesichtspunkten erfolgen: Wenn Steine in der Draufsicht horizontale Maserungen besitzen, so sollte man darauf achten, dass in den Vorder-, Rueck- und Seitenansichten die Steine senkrechte Maserungen besitzen. Das hintergruendige Ziel dieses Versetzens ist die Schaffung von sich kreuzenden Maserungen und somit der Erzeugung starker Kontraste. Wenn man die Methoden des Huegelbaus mit denen der chinesischen Kalligraphie vergleicht, so assoziiert man mit den Seesteine die Jueen-Yuen-Po oder die Ma-Pi-Tui-Suo-Po Zeichenmethode. Diese Zeichenmethoden haben einen runden Charakter und wurden in der Sung-Dynastie von Go-Shi und in der Yueen-Dynastie von Wang-Mong verwendet. Bei den Gelben-Steinen assoziiert man die Fo-Pi-Po oder Zhe-Dai-Po Zeichenmethode. Sie hat einen kantigen Charakter und wurde in der Sung-Dynastie von Ma-Yueen und in der Yueen-Dynastie von Ni-Zuan verwendet. Das Wesen der Beiden oben genannten Steine ist sehr verschieden, daher sollte man ihre gemeinsame Verwendung vermeiden. In alter Zeit trifft man beide Steinsorten in einem Huegelbau an, jedoch nicht miteinander vermischt, sondern klar getrennt als Fundamentsteine und Gestaltungsteine. In allen Gaerten der Stadt Su-Zhou kam es in moderner Zeit dennoch zur optischen Vermischung der beiden Steine im Huegelbau; diese entspricht jedoch nicht der urspruenglichen Gestaltung, sondern der Umgestaltung in spaeterer Zeit.

Bei der Komposition der Steine einer Steinsorte sollte die wueste Zusammenstellung unterschiedlicher Maserungsrichtungen vermieden werden. Steine der gleichen Steinsorte, weisen unterschiedliche Maserungsrichtungen und -breiten auf. Bei der Zusammenstellung der Steine zu Gruppen sollten auch diese Unterschiede beruecksichtigt werden.

Die verschiedenen Huegelgruppen sollten nicht die gleiche Groesse besitzen. Schon bei der Auslese der Steine sollte darauf geachtet werden, dass sie unterschiedliche Groessen aufweisen.

Beim Huegelbau sollte man das Entstehen einer grossen Anzahl von Nischen vermeiden. Hierbei spielen die grossen Steine eine entscheidende Rolle. Denn durch die Verwendung grosser Steine beim Huegelbau kann die Zahl der Nischen erheblich reduziert werden.

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5. Sechs Tabus

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Drei Huegelspitzens duerfen im Grundriss nicht in einer Linie angeordnet werden und die Spitze des mittleren Huegels darf nicht niedriger sein, als die beiden aeusseren Huegel. Die Anordnung wuerde sonst einem Ahnentempel, mit dem Gefaess in der Mitte und den beiden Kerzen links und rechts davon, aehneln. (religioeses Tabu)

Man sollte die Anordnung vermeiden, dass eine Huegelspitze in der Mitte steht und zwei niedrigere Huegel symmetrisch bzw. ordentlich daneben gestellt werden.

Man sollte vermeiden, dass die Huegel mit unterschiedlichen Hoehen in einer Reihe stehen, sonst sehen sie aus wie die Zaehnen einer Saege, brutal wie „Messerberge¡§ und „Saebelbaeume¡§.

Man sollte vermeiden, dass zu viele Nischen beim Huegelbau entstehen, denn wenn man sie mit Moertel auffuellt, dann wirkt die Oberflaeche des Huegels ganz eben und ohne Leben. Ausserdem verhindert der Moertel das Wachsen von Pflanzen, so dass der Huegel einer harten Metallwand aehnelt.

Man sollte vermeiden, dass die Steine ordentlich zueinander stehen, denn sonst fehlen die Kurven und die Schichten und der Huegel sieht aus wie eine Burg.

Man sollte komische Formen und unharmonische Zusammenstellungen der unterschiedlichen Themen vermeiden, da sonst die AEsthetik der gesamten Gestaltung zerstoert wird. (Direkte UEbersetzung des VI.-Tabus: Tabu der Ratten- und Ameisenhoehlen. Bett- und Pfahlbau, seltsame Formen und komische Situationen, grosse Loecher und kleine Augen, hundert Hoehlen und tausend Narben, so sind die Ratten- und Ameisenhoehlen.)


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